Die Zeiten, in denen man bei der Websuche ausschließlich Suchergebnisse präsentiert bekam, sind schon lange vorbei. Nun sieht es ganz danach aus, als ob auch die Zeiten zu Ende gehen, in denen die Suchmaschinenbetreiber ihre Suchergebnisse dezent mit Werbeeinblendungen angereichert haben: Sowohl Google als auch andere Suchmaschinenanbieter reichern ihre Suchergebnisseiten mit immer mehr Anzeigen an.
Zumeist war es Google, wo man diese Entwicklung zügig vorangebracht hat. Doch nun schiebt Yahoo die Messlatte ein wenig höher. Wie auf TechCrunch zu lesen ist, testet Yahoo ein neues Werbeformat auf seinen Suchergebnisseiten – es geht um Anzeigen inklusive einer spezifischen Angebotssuche für den Advertiser. Das Prinzip ist einfach: Der User kann beim Anbieter gezielt nach Produkten suchen. Außerdem werden die Suchanzeigen (die ansonsten von Google zunehmend häufiger eingesetzt werden) mit visuellen Elementen wie zum Beispiel der Einbindung eines Logos ergänzt.
Ich selbst bin mit noch nicht sicher, was ich davon halten soll. Auf der einen Seite ist es gut nachvollziehbar, dass die Suchmaschinenbetreiber fortlaufend nach neuen Möglichkeiten suchen um somit die Klickraten und natürlich auch die Einnahmen zu steigern – insbesondere in Zeiten getrübter Wirtschaftsaussichten. Auf der anderen Seite stehen die User und die kleinen Advertiser: Den Usern werden schon seit langer Zeit keine reinen Suchergebnisse mehr präsentiert. Nun könnte man meinen, die User könnten Suchergebnisse und Anzeigen gut auseinander halten. Die Praxis zeigt jedoch, dass dies nicht zutrifft. In letzter Zeit durfte ich gleich mehrfach mit Erstaunen feststellen, dass einige Leute bei Google direkt auf die erste Anzeigeneinblendung klicken und auch noch fest der Meinung sind, es würde sich um das erste Suchergebnis handeln – ich spreche von Personen, die schon seit Jahren am PC arbeiten, täglich Google nutzen deshalb eigentlich mit der Materie vertraut sein sollten.
Was die kleinen Advertiser angeht, so ist doch mehr oder weniger klar, dass ihnen die finanziellen Mittel fehlen um mit solch großen Geschützen aufzufahren bzw. die Top-Werbeplätze zu buchen. Ebay oder Amazon verfügen natürlich über die Mittel um diese Plätze zu buchen und ihre absoluten Klickraten noch einmal zu steigern. Die kleinen Advertiser dürfen wohl im Gegenzug mit abnehmenden Klickraten rechnen – schließlich zielen die User nicht darauf ab, sich gezielt durch die Anzeigen zu klicken.
