Schon seit einer ganzen Weile werden Versandhändler wie Quelle, Otto und Co. von vielen Seiten belächelt: Das Katalog Business sei so gut wie tot, weil schon bald nur noch online gekauft wird. Allerdings lagen einige Wirtschaftsexperten mit dieser Prognose deutlich daneben: Zwar läuft das Kataloggeschäft längst nicht mehr so gut wie es in früheren Jahrzehnten der Fall gewesen ist, aber dafür haben die Unternehmen den Sprung ins Web geschafft.
Dies wurde vor allem gegen Ende der vergangenen Woche deutlich, als der Versandhändler Otto seine Geschäftszahlen für das Jahr 2008 bekannt gab. Aus den veröffentlichen Zahlen geht hervor, dass der Versandriese erstmalig mit dem Onlinegeschäft einen größeren Umsatz als mit dem Kataloggeschäft erzielt hat.
Trotz fehlender Produktspezialisierung ist es dem Versandriesen gelungen, sich fest im Web zu etablieren. Gleich zwei Gründe möchte ich für diesen Erfolg verantwortlich machen. Zunächst einmal wäre da das Kataloggeschäft: Die Kunden stöbern in aller Ruhe im Katalog, um dann online zu bestellen, weil es einfach komfortabler ist. Des Weiteren verfügen die großen Versandhandelriesen über starke Markennamen, die über einen sehr hohen Bekanntheitsgrad und zudem über einen guten Ruf verfügen – da entscheidet sich der Verbraucher im Zweifelsfall gegen den spezialisierten aber kleinen Onlineshop und kauft lieber beim seriös klingenden Versandhändler.
Für Affiliates lassen sich hieraus gleich mehrere Schlüsse ziehen. Einer der größten Schlüsse besteht auf jeden Fall darin, sich gegenüber diesen großen Gemischtwarenbuden nicht zu verschließen: Ein bekannter Name sorgt bei den Kunden für Vertrauen und somit auch für sichere Umsätze. Daher kann es je nach Projekt empfehlenswert sein, nicht nur die Partnerprogramme der kleinen und deshalb gut bezahlenden Merchants einzubinden, sondern auch die Dinosaurier zu berücksichtigen. Diese mögen zwar nicht so cool sein und womöglich nicht so viel Provision bezahlen, aber dafür stimmt die Konvertierung.
