Gestern überraschte Google mit einer Nachricht, wie man sie sonst vom Suchgiganten nicht gewohnt ist: Das Unternehmen informierte über einen Hack-Angriff auf Gmail-Konten. Die Besonderheit der Nachricht bestand unter anderem darin, dass auch auf den Angreifer verwiesen wurde: Google geht davon aus, dass die chinesische Regierung hinter dem Angriff steckt. Diese soll darauf abgezielt haben, sich Zugriff auf die Emailpostfächer von Menschenrechtsaktivisten zu verschaffen.
Gleichzeitig macht die Mitteilung deutlich, dass man sich für das Vorgehen der Regierung in Peking nicht begeistern kann – unter anderem auch deshalb, weil die Suchergebnisse bisher zensiert werden mussten. Doch Google möchte nicht mehr mitspielen. Nun droht das Unternehmen: Entweder die Regierung Chinas erlaubt Google, auf die Zensur zu verzichten, oder das Unternehmen werden seine Suche für China mitsamt den Büros vor Ort einfach dicht machen.
Inzwischen ist aus der Google-China Affäre eine richtige politische Affäre geworden. Das US-Außenministerin Clinton hat sich zu Wort gemeldet: Noch nie zuvor stand die chinesische Zensur-Politik so sehr in der öffentlichen Kritik. Dass die Debatte etwas an der Vorgehensweise Chinas ändert, glauben Experten jedoch nicht – die Angst der Regierung, dem eigenen Volk mehr Rechte einzuräumen und deshalb an Macht zu verlieren, ist einfach zu groß.
