AllesAnna: E-Commerce funktioniert nicht immer

Geschrieben von Jochen am 02. Mai 2011 in Kategorie Online-Marketing

Nicht nur mit Werbung bzw. mit Adsense und Affiliate Programmen lässt sich im Internet gutes Geld verdienen. Vor allem E-Commerce birgt ein enormes Potential: In den letzten Jahren wurden mehrere Onlineshops gegründet, die heute zu den führenden Absatzkanälen der Branche zählen. Gerade weil es viele Handelsriesen nicht verstehen, den E-Commerce Markt zu erschließen, wagen sich immer mehr Webunternehmer und Investoren in dieses Segment vor.

Allerdings darf man das E-Commerce Geschäft nicht überschätzen. Nur weil man einen Onlineshops ins Web stellt, einen kostenlosen Versand anbietet und ein wenig SEO betreibt, muss sich der Erfolg nicht zwangsläufig einstellen. Diese Erfahrung mussten auch die Gründer und Investoren von AllesAnna machen: In der vergangenen Woche meldet der Onlineshop Insolvenz an.

Mit einer derart schnellen Insolvenz hatte wohl niemand gerechnet. Immerhin wurde das Unternehmen gleich zu Beginn mit Kapital ausgestattet, sodass man es sich leisten konnte, Werbung im TV zu schalten. Der medienwirksame Werbespot mit Rocker und Baby kam gut an – doch anscheinend konnte er das Unternehmen nicht retten. Wie in der letzten Woche bekannt wurde, ist es dem Unternehmen nicht gelungen, eine Anschlussfinanzierung zu erhalten. Mindestens ein wichtiger Investor scheint kalte Füße bekommen und somit die Entscheidung getroffen zu haben, kein Geld in den Onlineshop für Kosmetik und Pflegeprodukte zu investieren.

Der Misserfolg kommt aus Sicht einiger Experten nicht von ungefähr. Vor allem das Umfeld, in welchem sich AllesAnna bewegt hat, gilt als äußerst hart. Zwar mag es in den USA gleich mehrere Onlineshops geben, die in diesem Bereich so richtig durchstarten konnten und mittlerweile mit Kosmetik und Co. mehrere Mio. US-Dollar im Jahr verdienen, jedoch geht es in Deutschland ein wenig anders zu. Gerade in diesem Markt hat man es schwer, da es mit kleinen Margen zurechtzukommen gilt. Gleichzeitig gilt es Produkte günstig einzukaufen – was aber leichter gesagt als getan ist: Drogerieketten und Discounter nehmen ganz andere Mengen ab und befinden sich dadurch in der Lage, bessere Preise anzubieten.

Wer im E-Commerce durchstarten möchte, sollte also nicht nur ermitteln, welcher Markt im Hinblick auf die Online-Konkurrenz als attraktiv gilt. Auch die Produkte bzw. das eigentliche Handelssegment gilt es zu kennen: Gerade in diesem Bereich spielt Kompetenz eine enorm wichtige Rolle. Zumal die Bedeutung der Handelskompetenz ohnehin stark zugenommen hat. Man denke nur an Zalando: Das Unternehmen ist alles andere als ein kleiner Onlineshops. Unzählige Mitarbeiter werden beschäftigt, um Produkte günstig einzukaufen, Werbekampagnen zu entwickeln und um eine gut laufende Logistik zu gewährleisten. Gerade Einzelkämpfer dürften es daher nicht leicht haben: E-Commerce bedeutet heutzutage, von Beginn an groß zu starten.

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