Double opt-in Problematik: Email-Marketing wird erschwert

Geschrieben von Jochen am 26. November 2012 in Kategorie Email Marketing

Ansichten und Meinungen zum Thema Email-Marketing reichen weit auseinander. Es gibt zahlreiche Leute, die sich an diese Form des Marketings nicht herantrauen, weil sie ihr kein besonders großes Potential zusprechen. Oft wird auf Spam-Mails und deren Bedeutungslosigkeit verwiesen. Auf der anderen Seite gibt es Unternehmen, die sehr intensiv mit Emails arbeiten und damit auch sehr erfolgreich sind.

Doch der Einstieg in diese Form des Marketings wurde nun erschwert. Wer mit Emails wirbt, wird vermutlich schon Bescheid wissen: In der vergangenen Woche hat das OLG München ein Urteil gefällt, welches die Möglichkeiten im Email-Marketing deutlich einschränkt. Innerhalb weniger Tage hat das Urteil große Wellen geschlagen.

Im Mittelpunkt der Verhandlung stand das Double Opt-in Verfahren. Für all diejenigen, die dieses Verfahren nicht kennen: Hierbei handelt es sich um einen Check, in dessen Rahmen überprüft wird, ob der Besitzer einer Emailadresse auch tatsächlich einen Newsletter oder andere Formen von Email-Benachrichtigungen erhalten möchte. Hierfür wird eine Vorab-Mail versendet, in der sich ein Link befindet, der zur eigentlichen Aktivierung des Newsletters führt.

In der Praxis sieht der Ablauf wiefolgt aus: Ein Interessent möchte einen Newsletter erhalten. Zu diesem Zweck meldet er sich regulär an, indem er seine Emailadresse in ein Feld einträgt und dann absendet. Anschließend erhält er die Mail mit dem Bestätigungs-Link. Erst wenn der Link geklickt wird, erfolgt die eigentliche Aktivierung des Newsletters. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass Mails nur an diejenigen gehen, die auch tatsächlich informiert werden möchten.

Genau hiergegen hat nun jemand geklagt. Man fühlt sich bereits durch die erste Mail belästigt. Der Mailversender war der Meinung, er würde mit dem Double Opt-in Verfahren alles richtig machen und den Mailempfänger nicht überstrapazieren bzw. ihn belästigen. Allerdings entschied das Gericht anders: Schon die erste Mail stellt eine Belästigung des Inhabers vom Mail-Account dar.

Dieses Urteil hat viele Branchenexperten erschreckt. Unzählige Newsletter-Versender werden nun reagieren müssen. Die Frage ist nur, wie sie reagieren sollen. Das Problem besteht darin, dass erst einmal eine Alternative gefunden werden muss. Diese zu finden, scheint jedoch alles andere als leicht sein. Wie es weitergeht, bleibt abzuwarten. Unternehmen bzw. Publisher können das Double Opt-in Verfahren natürlich weiterhin nutzen. Allerdings gehen sie damit ein erhöhtes Risiko ein.

Es könnte sein, dass das Urteil des OLG München Praxis des Email-Marketings in Deutschland ordentlich durcheinander wirbelt. Allerdings muss noch nicht das letzte Wort gesprochen sein. Womöglich gibt es eine Verhandlung vor dem Bundesgerichtshof. Doch letztlich helfen diese Spekulationen nicht weiter: Wer im Email-Markting richtig aktiv ist, muss sich nun für eine Strategie entscheiden – die im schlimmsten Fall bedeuten kann, dass vorerst keine neuen Empfänger akquiriert werden.

Ähnliche Beiträge:

Leave a Reply