Wachstum bedeutet nicht automatisch Erfolg

Geschrieben von Jochen am 10. Dezember 2012 in Kategorie Online-Marketing

Der Sinn und Zweck eines Unternehmens besteht in erster Linie darin, Gewinne zu erwirtschaften. Allerdings gibt es viele Unternehmen, in denen das Management noch größere Ambitionen hat. Fast immer geht es längst nicht nur darum, profitabel zu arbeiten – die Mehrheit der Unternehmen möchte außerdem wachsen.

Das starke Interesse am Wachstum lässt sich ganz leicht begründen. Es wird generell als die leichteste Möglichkeit betrachtet, um noch größere Gewinne zu erwirtschaften. Der grundlegende Gedankengang ist ganz simpel: Wer mehr verkauft, macht auch mehr Gewinn. Andere Strategien, wie zum Beispiel die Verbesserung interner Prozesse zur Senkung von Kosten oder die Steigerung von Conversion-Rates, ziehen nicht ganz so viel Interesse auf sich. Oft halten es Manager für leichter, auf Wachstum zu setzen.

Doch bloßes Wachstum ist noch lange kein Garant für Erfolg. Das beste Beispiel, mit dem sich diese These belegen lässt, ist Zalando. Es gibt nämlich nur wenige Unternehmen, die so stark auf Wachstum setzen. Beim Wachstum kann sich das einst als Onlineshop für Schuhe gestartete Unternehmen mehr als sehen lassen. Es wurde nämlich erst vor rund vier Jahren gegründet, genießt aber schon seit langer Zeit bzw. schon fast seit seiner Gründung einen ungemein hohen Grad an Bekanntheit. Zumal die Umsätze stark Anziehen. Erst kürzlich gab das Management bekannt, dass es in diesem Jahr aller Voraussicht nach gelingen wird, den Umsatz des Vorjahres zu verdoppeln. Im Vorjahr bzw. in 2011 konnte Zalando einen Umsatz von gut einer halben Milliarde Euro erwirtschaften, folglich wird dieses Jahr die Milliarde in Angriff genommen.

Bei der Bekanntgabe von Geschäftszahlen ist das Unternehmen jedoch sehr zurückhaltend. Abgesehen vom Umsatz werden kaum Daten kommuniziert. Umso überraschender ist es daher, dass man bei Focus Online in Erfahrung gebracht haben will, wie es um den Verlust vom Vorjahr des Unternehmens bestellt ist. Demnach soll Zalando in 2011 einen Verlust von rund 40 Millionen Euro eingefahren und ihn somit gegenüber dem Vorjahreszeitraum verdoppelt haben.

Darüber, ob Zalando in diesem Jahr einen Gewinn oder einen Verlust einfahren wird, kann nur spekuliert werden. Fakt ist allerdings, dass diese Zahlen eine entscheidende Sache verdeutlichen: Wachstum ist nicht alles! 2010 war das Unternehmen nicht profitabel und konzentrierte sich auf das Wachstum. Hierbei war es erfolgreich, allerdings stieg der Verlust ungefähr proportional zum Umsatz an.

Eine solche Proportionalität ist aber längst nicht immer gegeben – vor allem dann nicht, wenn man profitabel arbeitet. Eine Verdopplung des Umsatzes muss nicht zwangsläufig zu einer Verdopplung des Gewinns führen. Deutliche Umsatzsteigerungen ziehen oft zusätzliche Kosten nach sich, wodurch der Gewinn nicht proportional steigen kann. Wer dies schaffen möchte, muss sich im Regelfall auch noch um ganz andere betriebswirtschaftliche Abläufe, wie beispielsweise die Conversion-Optimierung, kümmern.

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